Der sogenannte "Wikingerstuhl"

Wer im Inter net oder auf "Mittelaltermärkten" unterwegs ist, kennt ihn. Wen ? Den "Wikingerstuhl", "Trapperstuhl" oder auch "Steckstuhl".

Heute möchte ich an dieser Stelle dazu etwas schreiben, was den wenigsten nicht gefallen dürfte. Dieser Stuhl steht schon lange im Kreuzfeuer der Kritik, und es werden und wurden hierzu schon sehr viele Diskussionen geführt.

Ich möchte Euch nur ein paar Punkte zum Nachdenken geben. Ob Ihr diesen "Wikingerstuhl" benutzen möchtet oder nicht, müßtet Ihr selber für Euch herausfinden.

Ich möchte Euch jetzt schon herzlich zum Austausch in unser Forum einladen. Sich gibt es dort die ein oder andere Idee, das "Lagerleben" sinnvoll und möglichst realitätsnah zu gestalten. Natürlich ist es auch klar, dass man nicht ständig mit einem 40t - LKW anreisen kann.

Pro:

1. Kostengünstige unkomplizierte Baumöglichkeit

Ein Steckstuhl kann ohne viel Aufwand und zudem relativ kostengünstig gebaut werden.


Schaut man sich die Bauweise an, kann man sich gut vorstellen, dass auch die Wikinger diese Steckstühle mit Leichtigkeit bauen hätten können. Gerade für unterwegs wären diese Steckstühle ideal gewesen.

2. Unkomplizierter Aufbau / Einfache Lagerung

Er besteht aus zwei einzelnen Teilen, die sich leicht in jeder Ecke lagern bzw. transportieren lassen. Er kann bei Bedarf an Ort und Stelle problemlos zusammengesteckt. Hierzu ist kein großes handwerkliches Geschick nötig.

3. Eignung

Darauf sitzen kann so ziemlich jeder. Mit dem "richtigem" Holz ist er auch für imposannte Persönlichkeiten (übergewichtige Mitmenschen) geeignet.


Contra

1. Die Fundlage

Der "Steckstuhl", der als "Wikingerstuhl" durch das Netz geistert, ist - meines Wissens nach - per Fundlage NICHT belegt. Der Ursprungskontinent soll angeblich Afrika sein. Durch den stetigem Gebrauch der Darsteller wird eine Art Geschichtsverfälschung betrieben, auch wenn das nicht beabsichtigt ist.

Auf einigen Veranstaltungen wird er geduldet, aber auf anspruchsvolleren Märkten ist er verpönt bzw. ganz und gar verboten. Also müßte man von vornherein ein Arsenal an Mobiliar haben, was auch irgendwo zuhause gelagert werden will. Also, warum nicht gleich nach Fund etwas bauen ? Beispiele hierfür sind
  • Stuhl, gefunden in Lund
  • Stuhl, gefunden im Oseberg-Grab
2. Längeres Sitzen und alltägliche Arbeit

Beim längerem Sitzen wird dieser Steckstühl unbequem.

Auch das Ausüben von Handwerken in sitzender Tätigkeit finde ich reichlich unbequem und unzweckmäßig. Da wäre dann ein nach Fundlage nachgebauter Stuhl sinnvoller (Info z. B in: Barbara Grodde "Hölzernes Mobiliar im vor und frühgeschichtlichen Mittel und Nordeuropa").