WI007 - Brettchenweben I

Allgemeines

Im Frühmittelalter stand das Brettchenweben im gesamten europäischen Raum in hoher Blüte. Funde aus England, Skandinavien und dem Mittelmeerraum (besonders Sizilien) bezeugen einen Höhepunkt des Brettchenwebens zu dieser Zeit: Aus Gräbern hochgestellter Persönlichkeiten, aus Klöstern und Kirchen wurden kostbare Brettchenbänder und -borten geborgen, aus Wolle oder Leinen, später farbiger Seide, Silber- und Goldfäden.

In Birka (Schweden) wurde eine große Anzahl von Leinen- und Seidengeweben gefunden. Viele dieser Birkabänder wurden mit einem zweiten Schussfaden aus feinem Silber- oder Golddraht gewebt, die auf der Vorderseite das Muster bilden (Broschiertechnik). Dadurch wirkten diese Borten viel prunkvoller.

Für die Herstellung von Brettchengewebe spricht auch eine Stelle im 2. Gudrunlied der Edda:

 »Hunnische Mädchen machen Goldbänder mit Brettchen.«

Der ältere Plinius berichtet Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. im 8. Buch der Historia Naturalis:

»Alexandria führte das Weben mit sehr feinen Litzen ein, Gallien das Weben, wobei mit kleinen Schildchen geteilt wird.« ( Marie Schuette).

Für Island, Skandinavien, dem Baltikum und Norddeutschland ist die Technik seit der späteren Bronzezeit nachgewiesen.

Etwa im 14. Jahrhundert  wird die Brettchenweberei durch die Stickerei wesentlich zurück gedrängt. Oft werden nun die Mittelstreifen einfarbig gewebt und anschließend farbig bestickt. Durch die fortschreitende Mechanisierung wird die Anfertigung handgewebter Bänder und Borten fast vollständig aufgegeben.

Nur in Island, in Russland und auf dem Balkan erhielten sich Reste der Brettchenweberei bis ins 18. und 19. Jahrhundert, aber in Mitteleuropa war dieses Handwerk ausgestorben.

Brettchenweben bietet eine tolle Möglichkeit, kreativ zu sein. Wer kreativ sein möchte, der findet hier eine schöne Gelegenheit, sich entfalten zu können.

In dem Workshop lernt man die Grundbegriffe, um ein Band in einer einfachen Technik weben zu können.

Besondere Voraussetzungen:
  • Keine
  • Wir empfehlen die Workshops Kammweben I und II
Arbeitsmaterialien:

Das wird benötigt:
  • 24 Webbrettchen, 6 x 6 cm
    • aus Plakatkarton, Holz oder Messing
  • Wolle in verschiedenen Farben
  • Webschiffchen
  • Holzlineal
  • Schere
  • Gürtel
  • optional
    • Brettchenwebrahmen
      • Wir empfehlen den "Tabby" von Horst Nowack (Email auf Anfrage)
Kosten:

Pro Teilnehmer erheben wir einen Unkostenbeitrag von 15,- Euro

Termine:

Die Termine werden auf der Webseite veröffentlicht.